11.01.2021

DER DONAU LIMES – RÖMISCHE MILITÄRGRENZE UND HANDELSZONE

Von 15 v. bis 500 n.Chr. prägten die Römer den Lebensraum entlang der Donau von Bayern bis zur Mündung ins Schwarze Meer. In einem umfangreichen EU-Projekt wird die große römische Militärgrenze, der Donau Limes erforscht.

19 Projektpartner, mit dabei auch die Paris Lodron Universität Salzburg, gehen den Spuren der römischen Eroberer anhand der Grenzbefestigungen entlang der Donau nach. Die Wissenschaftler*innen wollen damit eine wichtige europäische Kulturroute lebendig werden lassen.

Grenzbereich des Imperium Romanum

Der Donau Limes erstreckte sich entlang der Donau von Bayern über Österreich in die Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien bis zur rumänischen Stadt Sulina, wo die Donau in einem breiten Flussdelta schließlich ins Schwarze Meer mündet. Nach dem Hadrians- und Antoninuswall in Großbritannien sowie dem Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland stellt der Donaulimes den dritten großen Grenzbereich des Imperium Romanum dar.

In Österreich finden sich Spuren der römischen Befestigungslager (wie Wachtürme, Legionslager und  Kastelle) in Linz, Enns, Traismauer, Mautern, Tulln, Zwentendorf, Klosterneuburg, Wien, Schwechat und Carnuntum. Letzteres stellte das größte und bedeutendste Militärlager dar, wurde im 2. Jh. n. Chr. auch Verwaltungsmittelpunkt der römischen Provinz und neben dem Militärlager errichteten die Römer eine große zivile Stadt.

Touristische Erschließung, Kulturgüterschutz und museale Belebung

Alle Länder, die an den Donau Limes angrenzen, sind an diesem Projekt beteiligt. Die Leitung des Gesamtprojektes liegt bei der Donau Uni Krems, weiters sind aus Österreich das Ludwig Boltzmann Institut sowie die PLUS mit dabei. „Wir wollen die Geschichte des Limes neu und umfassend aufbereiten“, sagt Dr. Rupert Breitwieser vom Fachbereich Altertumswissenschaften, der das Projekt seitens der PLUS gemeinsam mit den beiden Assistentinnen Maria Erker und Anna Windischbauer leitet.

Geplant sei ein einheitliches museumspädagogisches Konzept sowie eine Museums-App und ein Guide. „Die Menschen sollen eine Anleitung bekommen, um den Donaulimes ganzheitlich erleben zu können“, so Breitwieser. Es gehe einerseits um die touristische Erschließung des gesamten Raumes, aber auch um Aktivitäten für den Kulturgüterschutz und um eine museale Belebung der römischen Überreste rund um den Limes. „Wir wollen die Geschichte sicht- und erlebbar machen“, meint Breitwieser. 

Antiker Alltag am Donau Limes

Zunächst werden alle vorhandenen Quellen über die römische Zeit an der Donau systematisch in einer Datenbank erfasst. Daneben gehen die Wissenschaftler*innen zahlreichen Spuren römischen Lebens entlang der Donau nach. Von besonderem Interesse ist zum Beispiel, welche Beziehungen sich an der römischen Grenze entwickelten. „Die gesamte Okkupation des heutigen österreichischen Alpen- und Donauraumes durch die Römer muss man sich eher friedlich vorstellen“, sagt Breitwieser. Vereinzelt habe es Kämpfe gegeben, im Großen und Ganzen war für die einheimische Bevölkerung der Schutz durch die Römer sowie gute Handelserträge aber eher von Vorteil.

Die Ergebnisse der Forschungen sollen auch in die Lehre einfließen. Spezielle Lehrveranstaltungen und Exkursionen sind geplant. Darüber hinaus wird das Projekt auf verschiedenen wissenschaftlichen Tagungen vorgestellt. Die PLUS erhält 190.000,- Euro für eine Projektzeit von zweieinhalb Jahren.

_______________________________________________________

Kontakt: Dr. Rupert Breitwieser I FB Altertumswissenschaften der PLUS I rupert.breitwieser(at)sbg.ac.at

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Foto: Rekonstruiertes Stadtviertel der Zivilstadt von Carnuntum (© H. Schneider, Petronell-Carnuntum)

 

 

  • ENGLISH English
  • News
    Diesjährige Gewinnerin des Jubiläumspreises des Böhlau Verlages Wien ist MMag. Dr. Doris Gruber (Senior Scientist, Fachbereich Geschichte), welche sich den Preis mit Eva Zehentner teilt.
    Im Rahmen des Masterstudiums Literatur- und Kulturwissenschaft wird im SS unter der Leitung von Prof. Eva Hausbacher und Prof. Susanne Winter die Ringvorlesung „Kanonische Texte von Frauen“ durchgeführt. Die Vorträge werden von den Lehrenden des Schwerpunktfachs Komparatistik gehalten. Sie stellen in exemplarischer Weise Hauptwerke kanonisierter Autorinnen verschiedener Literaturen vor und konfrontieren diese mit Fragen der Kanonbildung und Kanonkritik.
    Gerade die COVID-Zeit zeigt auf, dass der digitale Raum hinkünftig weit mehr zu bieten haben muss, als dies bisher in der regionalen Museumslandschaft zu beobachten war.
    Mit der Zusammenführung der Bereiche Career und Startup erweitern wir stetig unser Angebot, mit dem Ziel deinen Gründergeist zu wecken.
    In vielen Kursen des Sprachenzentrums gibt es noch freie Plätze. Die Anmeldung ist noch bis 12.03.2021 möglich. Bitte beachten Sie: Die Anmeldung erfolgt online und ist nur mit Termin möglich.
    Der Fachbereich Anglistik und Amerikanistik der Universität Salzburg freut sich, über eine wegweisende Publikation unseres Kollegen Ass.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Görtschacher gemeinsam mit Prof. David Malcolm von der SWPS University of Social Sciences and Humanities in Warschau informieren zu dürfen.
    Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat Mag. Dr. Daniel Ehrmann, Universitätsassistent und Promovent am Fachbereich Germanistik, ein vierjähriges APART-Stipendium zuerkannt, das er am 1. 3. 2021 antreten wird. Er wird in dieser Zeit sein Habilitationsprojekt „Aggregation. Relationalität und die Konstellationen der Literatur (1650 – 1950). Für ein literarhistorisches Modell mittlerer Reichweite“ bearbeiten.
    Programmleitung und Gesprächsführung: Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner
    Das Projektförderprogramm für Forschungen zwischen PLUS und südostasiatischen Partneruniversitäten, ASEA-UNINET Call 2021-2022 (Projektdurchführungszeitraum: 1. Oktober 2021 - 30. September 2022) ist ab sofort geöffnet!
    Prof. Dr. Jude Lal Fernando, Assistenzprofessor an der Irish School of Ecumenics am Trinity College Dublin, wird im SS 2021 Lehrveranstaltungen zum Thema "Interreligious Relations in Asia" am Zentrum Theologie Interkulturell bzw. im Bereich Religious Studies anbieten.
    Anmeldung zur Online-Tagung: Corona - eine Katastrophe?
    Das Semesterprogramm für das Sommersemester ist nun online, und die Lehrveranstaltungen werden in Kürze freigegeben. Wir haben die Angebote im Bereich Entrepreneurship gestärkt. Melde dich bis 14. März 2021 an!
    Wie im Informationsschreiben von Bundesminister Faßmann vom 02.12.2020 angekündigt, findet vom 23.08. bis 03.09.2021 (Burgenland, Niederösterreich und Wien) bzw. 30.08. bis 10.09.2021 (Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarlberg) jeweils von 8.00 bis 12.00 Uhr in den Räumen ausgewählter Schulen, wieder die Sommerschule 2021 statt.
    Prof. Dr. Hildegund Müller, Notre Dame University, Gastvortrag am Fachbereich Altertumswissenschaften, Klassische Philologie, 24. März 2021, 17.30 (Webex)
    Das Zentrum Theologie Interkulturell und Studium der Religionen veranstaltet gemeinsam mit der Universität Fribourg eine interdisziplinäre online-Tagung vom 16.-17. April 2021 (Start am 16. April 2021 um 14:15 Uhr).
    Am Mittwoch, den 17. März 2021 veranstaltet die PLUS einen virtuellen Tag der offenen Tür und lädt interessierte Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen herzlich ein. Alle Informationen dazu finden sich online unter www.uni-salzburg.at/openday.
    Daran interessiert, Lehrer*in zu werden? Informiere dich am virtuellen Tag der offenen Tür der Paris Lodron Universität Salzburg zu deinem Lehramtsstudium in Salzburg!
  • Veranstaltungen
  • 09.03.21 Storytelling in der alltäglichen und beruflichen Kommunikation
    11.03.21 Buchpräsentation: Identitäten – Zumutungen für Wissenschaft und Gesellschaft
    12.03.21 Update Bankrecht
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Impressum
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg