29.09.2020

WIE SICHER SIND KREBSTHERAPIEN IN CORONA-ZEITEN?

Eine Wiener Studie, an der die Salzburger Mathematiker Arne Bathke und Wolfgang Trutschnig maßgeblich beteiligt waren, hat herausgefunden, dass KrebspatientInnen im Spital keine höheren Infektionsraten mit dem Coronavirus aufweisen als die Gesamtbevölkerung.

Die Daten zeigten vielmehr, dass die Infektionsrate der KrebspatientInnen im AKH Wien niedriger war als die von anderen PatientInnen im AKH. Mit strikten Vorsichtsmaßnahmen bietet eine Krebsbehandlung im Krankenhaus somit kein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung; KrebspatientInnen können onkologisch im Spital weiterbehandelt werden. Die Ergebnisse wurden aktuell im Top-Fachblatt „Journal of Clinical Oncology“ publiziert.

Studie an über 1000 PatientInnen

KrebspatientInnen sind aufgrund ihrer Erkrankung und einem geschwächten Immunsystem anfälliger für Infektionen. Andererseits würden sie durch Fernbleiben von Ambulanzen und Kliniken im Sinne des Social Distancing wichtige Behandlungen und Untersuchungen versäumen.

Das interuniversitäre Forschungsteam unter Leitung von Matthias Preusser, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie von MedUni Wien und AKH Wien, führte im Zeitraum von 21. März bis 4. Mai 2020 insgesamt 1688 Nasen- oder Rachenabstrich-Tests an 1016 KrebspatientInnen durch. Vier wurden positiv getestet. Alle vier SARS-CoV-2-positiven PatientInnen hatten keine Symptome oder hatten sich von einer symptomatischen Covid-19-Erkrankung erholt. Die Testergebnisse wurden mit den Daten der österreichweiten SARS-CoV-2-Prävalenzstudie des SORA-Instituts sowie einer Kontrollgruppe von Nicht-KrebspatientInnen, die am Eingang des Universitätsklinikums AKH Wien getestet wurden, verglichen.

Statistische Analyse zeigt geringe Rate an SARS-CoV-2-Infektionen

Die statistische Analyse wurde von Arne Bathke, Wolfgang Trutschnig (beide Universität Salzburg), Margaretha Gansterer (Universität Klagenfurt) und Norbert Mauser (Universität Wien) durchgeführt. „Die Analyse macht deutlich, dass unter den strikten Sicherheitsvorkehrungen kein erhöhtes Infektionsrisiko für KrebspatientInnen besteht“, so Bathke. Er und Margaretha Gansterer sind auch Mitglieder des Future Operations Clearing Board, einer Plattform von WissenschaftlerInnen, die der Bundesregierung in der Krise ihre Expertise zur Verfügung stellt. Beide sind überzeugt, dass die Studie von hoher Relevanz für die EntscheidungsträgerInnen ist.

"Unsere Daten zeigen eine geringe Rate nachweisbarer SARS-CoV-2-Infektionen bei KrebspatientInnen. Diese Infektionsrate war mit jener der österreichischen Allgemeinbevölkerung vergleichbar und niedriger als die von Nicht-KrebspatientInnen, die sich in unserem Krankenhaus vorstellten", erklärt Erstautorin Anna Berghoff von der Klinischen Abteilung für Onkologie von MedUni Wien und AKH Wien.

Krebsbehandlung ist mit strikten Sicherheitsvorkehrungen durchführbar

„Unsere Ergebnisse beweisen, dass Krebsbehandlungen in einem großen Krankenhaus einer von der Pandemie betroffenen Metropole bei Einhaltung strikter Sicherheitsvorkehrungen durchführbar sind, ohne dass dadurch ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht", sagt Studienleiter Matthias Preusser. "Gleichzeitig unterstreichen unsere Ergebnisse die Notwendigkeit der Umsetzung strenger Richtlinien, um die Sicherheit von Angehörigen der Gesundheitsberufe und PatientInnen in einer Klink mit einer hohen Patientenfluktuation zu gewährleisten."

Die wesentlichsten Sicherheitsmaßnahmen umfassen Hygienemaßnahmen, Schutzkleidung, Abstandsregeln und regelmäßige Testungen unabhängig von der Symptomatik, um rasch Betroffene identifizieren und isolieren zu können.

_________________________________  

Publikation im Journal of Clinical Oncology  

Kontakt an der PLUS: Univ.-Prof. Dr. Arne Bathke Fachbereich Mathematik  

Der Text wurde großteils von einer Presseaussendung der Medizinischen Universität Wien übernommen.

  • ENGLISH English
  • News
    Buchneuerscheinung der MINT und Medien Didaktik der Universität Salzburg beim Waxmann Verlag.
    HOFER Praxisworkshop am 17.12.2020
    Der EPU Projekt Call 2020 ist ab sofort geöffnet! Einreichtermin ist der 17. November 2020 (12:00 Uhr).
    mit Jun.-Prof. Dr. Matthias Niedenführ, MA (Universität Tübingen) am 20. Oktober 2020 um 18:00 Uhr in der Bibliotheksaula.
    Am Dienstag, 13. Oktober, starten die Vorträge der Ring-Vorlesung „Ungleichheiten reduzieren – Sustainable Development Goal 10 im Fokus“ an der Abteilung Soziologie und Kulturwissenschaften mit vielen spannenden Gästen.
    Der Fachbereich Slawistik lädt zusammen mit dem Kulturzentrum DAS KINO und dem Russlandzentrum zur fünften Kinoreihe mit ost- und mittelosteuropäischen Filmen ein. Im Rahmen des Filmklubs „Slawistyka, Slavistika, Cлавистика“ werden preisgekrönte aktuelle polnische, russische und tschechische Filme mit gesellschaftlicher und politischer Thematik gezeigt.
    In Kooperation mit dem œnm.
    Citizen-Science-Fotos posten und gewinnen!
    Ein neu erschienener Herausgeberband diskutiert Migration im Kontext von Bildung als innerwissenschaftliche sowie als außerwissenschaftliche Problemstellung. Die Publikation versammelt Beiträge aus der jährlich stattfindende Vortragsreihe „Erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung in vergleichender Perspektive“.
    Salzburger Armenien-Expertin Dum-Tragut berichtet aus Jerewan und wendet sich mit Hilfsappell auch an Bundespräsident Van der Bellen und Bundeskanzler Kurz.
    DI 13. Oktober 2020, 19:30 Uhr, Atelier im KunstQuartier, Bergstr. 12a, Salzburg. Die Reihe SWEET SPOT versteht sich als Forum klassischer und ganz neuer Produktionen Elektroakustischer Musik in Salzburg. Es werden Stücke des Genres gehört und miteinander diskutiert. Begleitet wird jedes Konzert mit einer kurzen Einführung und der Möglichkeit, sich iüber das Gehörte auszutauschen.
    Mi 20. Oktober 2020, 18:00-19:00, Atelier im KunstQuartier, Bergstraße 12, 5020 Salzburg - Zugangsdaten: Webinar (Webex Meeting): https://globalpage-prod.webex.com/join - Meeting number (access code): 137 220 1546 - Meeting password: WPg2Dwq4X4b
    Bis zum 31. Oktober ist die Bewerbung auf zwei Dissertationspreise (dotiert mit jeweils 2.000 Euro) möglich:
    Frequently Asked Questions (FAQ) zum Corona-Semester
  • Veranstaltungen
  • 21.10.20 Gesundheitsfördernde Effekte von Musikhören – Die Rolle des psychobiologischen Stressystems
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Impressum
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg