07.04.2019

20 May: Latin Curse Tablets - Doc. PhDr. Daniela Urbanová, Ph.D., Masarykova univerzita in Brünn 20 May, 2019, 18:30, Residenzplatz 1/4, SR. 1:42

Latin Curse TabletsDoc. PhDr. Daniela Urbanová, Ph.D., Masarykova univerzita in Brünn 20 May, 2019, 18:30 s.t., Residenzplatz 1/4, SR. 1:42

Gastvortrag

Alte Geschichte, Altertumskunde und Mykenologie Klassische Philologie

Lateinische Fluchtafeln

Doc. PhDr. Daniela Urbanová, Ph.D. Masarykova univerzita in Brünn

Fluchtafeln (defixiones) sollten die Handlungen oder die Gesundheit von Menschen oder Tieren gegen ihren Willen, mit Hilfe von übernatürlichen Kräften beeinflussen. Es gibt insgesamt etwa sechshundert lateinische Fluchtexte aus der Zeit vom 2. Jh.v.Chr. bis zum Ende des 4./5. Jh.n.Chr., von denen die meisten auf Bleitafeln geschrieben sind. Wie neueste Funde aus Mainz, Rom, Pannonien und Kempraten zeigen, wächst der Korpus der defixiones langsam aber stetig an. Da die Fluchtafeln an übernatürliche Kräfte gerichtet waren und ihre Verfasser sie gewöhnlich geheim hielten, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die erhaltenen defixiones nur einen Bruchteil der tatsächlichen Anzahl antiker Fluchtafeln ausmachen. Der Versuch, den vielfältigen Bestand an griechischen und lateinischen Fluchformeln zu klassifizieren ist nicht unproblematisch. Die tabellae defixionum beinhalten einige sprachliche Besonderheiten, die eng mit dem Genre verbunden sind, zu dem sie gehören. Sie weisen sehr formelhafte und bis zu einem gewissen Grad auch künstliche linguistische Elemente auf. Die Sprache der Texte zeigt aber auch Merkmale einer typischen „Fachsprache“. Die bisher erhaltenen Texte unterscheiden sich nicht nur in Herkunft und Chronologie, sondern beinhalten auch verschiedene Arten von Flüchen (unspezifische, rechtliche, agonistische, Liebeszauber, Trennungszauber, Gebete für Gerechtigkeit). Darüber hinaus spielte auch die Bildung des Autors eine Rolle - der erhaltene Corpus umfasst die Flüche professioneller Magier ebenso wie amateurhafte Versuche von Laien. Bemerkenswerte Unterschiede in den Fluchpraktiken und in der Verwendung von Fluchformeln lassen sich durch den Vergleich der erhaltenen defixiones aus bestimmten Provinzen des Römischen Reiches und ihrer spezifischen Merkmale feststellen, wie dieser Vortrag zeigen soll.

Univ.-Prof. Dr. Monika Frass

FB Leitung st.

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Residenzplatz 1/4

Tel: +43 662 8044 4713

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