02.12.2016

Zukunft und Perspektive des Journalismus

Der beruflichen Zukunft und Perspektive des Journalismus widmete sich der Vortrag mit Diskussion am 1.12. im Unipark anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand von Roman Hummel, Universitätsprofessor für Journalismusforschung. Thema war „Hat der Journalismus eine Zukunft? - Inhalte, Arbeitsbedingungen und Berufsprofil“.

Fachbereichsleiter der Kommunikationswissenschaft Josef Trappel eröffnete die Podiumsdiskussion. Vier prominente Redner aus der österreichischen Medienlandschaft stellten sich dem Thema, darunter Roman Hummel, Professor für Journalismusforschung i. R., Armin Wolf, TV-Journalist & Moderator ZIB2, ORF Wien, Rudi Renger (Moderation), Abteilung Journalistik, FB Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg, und Thomas Hofbauer, Chef vom Dienst und Ressortleiter Medien/Digital der Salzburger Nachrichten.

Es klang schon fast ein wenig wehmütig, als man sich an den Qualitätsjournalismus von einst erinnerte. Zeiten, in denen es neben den Nachrichten im ORF (ZiB) täglich um 19.30 Uhr keine schnellere und aktuellere Information zu geben schien, oder die gedruckten Zeitungen den Werbemarkt weitgehend unter sich aufteilten.

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

Bild: Roman Hummel (re.), Armin Wolf (m.), Thomas Hofbauer von den SN (l.)

Heute dominieren Online-Medien häufig die Kommunikation, vor allem bei jüngeren Menschen. Bei der Frage ins Podium, wer denn ein Medium im Abonnement beziehe, waren es bei den Studierenden und anderen Gästen der Veranstaltung nicht einmal ein Viertel. „Das ist das Problem heute. Wie soll sich ein qualitativer Journalismus von gut ausgebildeten Journalisten (hochschulgebildeter Journalismus) heute und morgen finanzieren?

Seit Jahren arbeiten viele Kollegen teils in sehr prekären Arbeitsverhältnissen und müssen teilweise noch einem zweiten Job nachgehen, um über die Runden zu kommen. Viele halten sich als EPU (Ein-Personen-Unternehmen) über Wasser“, betont Roman Hummel. „Die Demokratie braucht einen guten Journalismus, und das Internet mit seinen Möglichkeiten wird bestehen bleiben. Gerade angesichts von vielen unseriösen Seiten und Publikationen, die im ‚Kleide von‘ seriösen Medien erscheinen, müssen wir informativ, aktuell, sachlich und seriös berichten“, bekräftigt Thomas Hofbauer, „auch in den sozialen Medien.“

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Bild: Armin Wolf (l.) und Rudi Renger (r.)

Armin Wolf: „Zeitung muss man sich heute leisten. Wenn es nicht anders geht, brauchen wir in Zukunft vielleicht mehr Mäzene oder eine öffentlich rechtliche Finanzierung.“ Eine Vorstellung, mit der man sich nicht recht anfreunden wolle, denn es gäbe auch heute noch gute kleine Zeitungen, die ihr Geschäft machten. „Junge Menschen wollen unterhalten werden, darum haben Reality-Shows im TV solchen Erfolg. Ich glaube aber auch, dass junge Menschen gerne gute Geschichten hören und lesen“, ist sich Roman Hummel sicher.

„Es darf ja mehr sein als das Teilen von Katzenbildern oder zerplatzte Melonen auf Facebook.“ Der Zukunft des Journalismus sehen die Experten mit gemischten Gefühlen und auch mit Sorge entgegen. „Wer wirklich eine journalistische Laufbahn wählen möchte, der muss sich in einem Ressort spezialisieren, er muss viel arbeiten, auch nachts, am Wochenende und ebenso im Urlaub. Am Beruf interessierte junge Menschen sollten direkt in die Redaktionen reingehen, viele verschiedene Praktika machen um herauszufinden, was einem liegt, was man will“, rät Armin Wolf.

Thomas Hofbauer: „Unbedingt neugierig und wissbegierig sein und das Verlangen haben nach guten Geschichten, auch nachts arbeiten und am Ball bleiben ist die Devise eines guten Journalisten.“ Roman Hummel: „Es wird weiterhin einen guten Journalismus geben. Er muss zwischen Wissenschaft und LeserInnen vermitteln und Inhalte gut verständlich wiedergeben, Zusammenhänge erklären, auch in der Politik.“    

Fotos und Text: Gerd Spranger

Christine Spranger

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Universität Salzburg

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