11.03.2019

Salzburger Germanist erhält Förderpreis

Der Förderpreis für germanistische Sprachwissenschaft der Hugo-Moser-Stiftung geht in diesem Jahr an Dr. Simon Pickl von der Universität Salzburg. Dr. Pickl arbeitet als Assistenzprofessor am Fachbereich Germanistik und forscht derzeit im Rahmen eines Feodor Lynen-Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung an der University of Cambridge (GB).

Der Hugo-Moser-Förderpreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro verbunden und gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen im Fach. Er wird an Nachwuchsgermanist/inn/en für noch nicht abgeschlossene Forschungsarbeiten im Bereich der germanistischen Linguistik vergeben. Der Preis, der alle drei Jahre ausgeschrieben wird, geht damit zum zweiten Mal in Folge an den Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg, nachdem Dr. Irmtraud Kaiser ihn 2013 in Empfang nehmen durfte.

Wandel und Variation von Sprache

Simon Pickl erhält den Preis für seine laufende Forschung zum Thema „Ein Jahrtausend grammatischer Wandel: Eine diachrone Längsschnitt-Studie anhand von Predigten vom 9. bis zum 19. Jahrhundert“. In seinen bisherigen Arbeiten hat sich Pickl unter anderem mit dialektaler Sprachvariation beschäftigt, insbesondere mit quantitativen Methoden zur geostatistischen Auswertung und Visualisierung von räumlicher Sprachvariation, so in seiner Dissertation zum Thema „Probabilistische Geolinguistik. Geostatistische Analysen lexikalischer Variation in Bayerisch-Schwaben“.

In seinem aktuellen Forschungsprojekt untersucht er anhand von Predigttexten über annähernd die gesamte Sprachgeschichte des Deutschen hinweg Sprachwandel, insbesondere im Bereich der Grammatik, unter möglichst gleichbleibenden textuellen Bedingungen. Ein großes Problem bei der Untersuchung von Sprachwandel über längere Zeiträume hinweg besteht darin, dass aus verschiedenen Epochen unterschiedliche Textsorten überliefert sind. So ist es oft schwierig zu entschieden, ob Unterschiede zwischen den Quellen auf Eigenheiten der Textsorten oder auf Sprachwandel beruhen. Besonders für das frühe Deutsch wurden in der Forschung außerdem häufig Verstexte und Übersetzungen aus dem Lateinischen verwendet, die für die Untersuchung von grammatischen Entwicklungen nur eingeschränkt geeignet sind.

Predigten als Textquellen für Sprachwandel

Predigten sind schon früh als eigenständige volkssprachliche Prosa überliefert und im Verlauf der Sprachgeschichte des Deutschen nahezu durchgehend und breit belegt. Als ursprünglich mündlich vorgetragene bzw. für den Vortrag vorgesehene Texte sind sie relativ nah an der historischen gesprochenen Sprache. Ein eigens zusammengestelltes Korpus von Predigttexten aus zehn Jahrhunderten und fünf Sprachregionen bildet die Basis für die Untersuchung von sprachlichem Wandel und historischer Sprachvariation.

Auf dieser Grundlage kann die sprachliche Entwicklung des Deutschen erstmals von seiner frühesten Überlieferung bis zur Herausbildung der deutschen Standardsprache auf der Grundlage einer einheitlichen Datenbasis untersucht werden. Verschiedene sprachliche Phänomene wie Formen der Verneinung oder der Gebrauch des Genitivs werden dabei auch in ihrer räumlich unterschiedlichen Entwicklung in den Blick genommen. Das Projekt erlaubt auf diese Weise neue Einsichten in den Sprachwandel und die Sprachgeschichte des Deutschen, die mit anderen Textsorten, welche oft nur für Teile der deutschen Sprachgeschichte belegt sind, so nicht möglich wären.

Das Institut für Deutsche Sprache

Mit dem Förderpreis unterstreicht der wissenschaftliche Beirat der Hugo-Moser-Stiftung, dass das Projekt von Simon Pickl für die sprachwissenschaftliche Forschung als besonders förderungswürdig erachtet wird. Das Institut für Deutsche Sprache (IDS) <www.ids-mannheim.de> ist die zentrale außeruniversitäre Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte. Das IDS ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 91 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Näheres unter: www.ids-mannheim.de und www.leibniz-gemeinschaft.de/.

Foto:privat

 

 

 

HRin Mag. Gabriele Pfeifer

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