04.02.2019

13.6.: Vortrag: Jüdische Mystikkritik im 20. Jahrhundert. Martin Buber und Franz Rosenzweig

Dr. Christian Jung (Wien / Salzburg) - Donnerstag, 13.6.2019, 18 Uhr c.t., Raum E.33 (Abguss-Sammlung, Residenzplatz 1)

Die jüdische Erneuerungsbewegung zu Beginn des letzten Jahrhunderts vollzog sich auch in kritischer Auseinandersetzung mit der christlichen Tradition, v.a. mit dem protestantischen Liberalismus einerseits und der Mystik andererseits. Martin Buber und Franz Rosenzweig spielten hierbei eine zentrale Rolle. Buber, der schon in seiner Jugend von der nietzscheanisch geprägten Neuromantik und Neumystik des Fin de siècle fasziniert war, studierte intensiv die christlichen Mystiker, noch bevor er die Literatur des Chassidismus für sich entdeckte und bekannt machte. Die Absicht seiner Nachdichtungen und Interpretationen war es unter anderem, den Existenznachweis einer genuin jüdischen Mystik zu erbringen. Mit seiner Wende zur Dialogphilosophie, besonders ausdrücklich in Ich und Du (1923), vollzog er einen radikalen Bruch, indem er sich von jeglicher Mystik abwandte, die die Urdistanz zwischen Gott und Mensch in einer mystischen Einheit auflösen will, was er der christlichen ebenso wie der indischen Tradition vorwarf. Auch Franz Rosenzweig, der als erster die Gleichberechtigung von Judentum und Christentum religionsphilosophisch fundierte, wendet sich in seinem monumentalen Werk Der Stern der Erlösung (1921) gegen die Einstellung des Mystikers, der sich in seinem Hochmut einseitig nur für Gott, nicht aber für die zu erlösende Welt öffne. Der Vortrag beleuchtet die Rolle der Mystik für das Denken und Selbstverständnis der beiden Philosophen und fragt nach der sachlichen Angemessenheit ihrer Kritik. Erweist sich die Mystik als verbindendes oder trennendes Element im jüdisch-christlichen Dialog?  

Dr. Christian Jung ist Leiter des FWF-Projekts "Meister Eckharts frühe Pariser Quaestionen im Kontext“ und Senior Postdoc am Fachbereich Philosophie KTh der Universität Salzburg. Er studierte Philosophie, Klassische Philologie, Indologie, Indogermanistik, Musikwissenschaft, Sologesang sowie Gesangs- und Klavierpädagogik in Tübingen, Oxford, Paris, Wien und Linz und wurde in Heidelberg im Fach Philosophie promoviert. Er war Visiting Research Fellow am King’s College London (Erwin-Schrödinger-Felllow des FWF) und ist Assoziierter Gastwissenschaftler am Max-Weber-Kolleg Erfurt. Regelmäßige Lehraufträge an den Universitäten Salzburg, Frankfurt und Wien. Monographien: Meister Eckharts philosophische Mystik, Marburg 2010; Die doppelte Natur des menschlichen Intellekts bei Aristoteles, Würzburg 2011. Weitere Veröffentlichungen zu Aristoteles, Meister Eckhart, Swedenborg, Schelling, Buber und Rosenzweig."  

Margarete Heinz

Sekretariat

Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte

Residenzplatz 1, 5020 Salzburg

Tel: 0662-8044-2961

E-Mail an Margarete Heinz

  • ENGLISH English
  • News
    Die Orientierungsveranstaltungen für Erasmus- und Austauschstudierende, die im Wintersemester 2019/2020 an die Universität Salzburg kommen, finden im Zeitraum von Montag, 16. bis Freitag, 27 September 2019 statt.
    Im aktuellen Ökonomen Ranking des deutschen Handelsblatts errang Universitätsprofessor Florian Huber (31) vom Salzburg Centre of European Union Studies (SCEUS) in der Reihung nach aktueller Forschungsleistung Platz 100 und im Ranking der Jungökonomen, bei der die gesamte Forschungsleistung der unter 40-Jährigen bewertet wird, den exzellenten 62. Platz.
    Für seine Verdienste um die Stadt Salzburg hat Bürgermeister Harry Preuner heute Dienstag, 17. September 2019, dem scheidenden Rektor der Universität Salzburg, Prof. Heinrich Schmidinger, das Stadtsiegel in Gold verliehen.
    Am 19. September 19 sprechen Alexander Pinwinkler (Universität Salzburg) und Johannes Koll (Wirtschaftsuniversität Wien) im Unipark (E.003) über die Entstehung des Buches und über problematische akademische Ehrungen.
    Dr.in Therese Wohlschlager wird am 25. September 2019 im Rahmen der 18. Österreichischen Chemietage 2019 in Linz mit dem Feigl Preis der Österreichischen Gesellschaft für Analytische Chemie ausgezeichnet.
    Das diesjährige Austrian Proteomics and Metabolomics Research Symposium (APMRS) findet von 18. bis 20. September an der Universität Salzburg statt. Im Rahmen dieser Tagung werden die neuesten Entwicklungen auf den Gebieten der Proteom- und Metabolomforschung in Medizin, Pharmazie und Ökologie vorgestellt. Die Bandbreite der Konferenzbeiträge reicht von Grundlagenforschung bis zu industriellen Anwendungen in den verschiedensten Bereichen.
    INTERNATIONALE TAGUNG // Mi 18. September: 14.00-19.45h, Stefan Zweig Zentrum, Edmundsburg (Europasaal) // Do 19. September: 9.30-19.30h, Fr 20. September: 9.30-13.30h Schwerpunkt Wissenschaft & Kunst, Bergstr. 12a, Atelier, 1. OG // www.w-k.sbg.ac.at/de/kunstpolemik-polemikkunst
    Um Studienanfänger*innen den Einstieg ins Studium zu erleichtern, bietet die Universität Salzburg in der letzten Septemberwoche den Orientierungstag an. An diesem Tag erhalten Studienanfänger*innen Informationen über zentrale Einrichtungen unserer Universität rund um Studium, Einführung in die IT-Infrastruktur und vieles mehr.
    Welche Rechtsschutzmöglichkeit - Gewährleistung oder Irrtum - ist für Käufer der vom Diesel-Abgasskandal betroffenen Autos vorteilhafter? Die Juristin Christina Buchleitner hat in ihrer an der Universität Salzburg abgelegten Dissertation die beiden Rechtsbehelfe gegenübergestellt. Nun hat die 26jährige Wienerin dafür den ersten Preis beim Young Investigators Award der Universität Salzburg gewonnen.
    Die Salzburger Armenologin Jasmine Dum-Tragut eröffnet am 31. August 2019 im Genozid-Museum in Jerewan die erste Ausstellung, die das Schicksal armenischer Kriegsgefangener in den österreichischen Gefangenenlagern im Ersten Weltkrieg zeigt.
    Demokratie und Rechtsstaat scheinen in Europa schon bessere Zeiten erlebt zu haben. Die jüngsten Entwicklungen in vielen Staaten weisen auf einen Abbau von Rechtsstaatlichkeit, Grundrechten und Demokratie hin.
  • Veranstaltungen
  • 18.09.19 'Genie‘ in der Nachromantik. Das Schöpferische (Individuum) und der Aufstieg der Massenkultur
    19.09.19 'Genie‘ in der Nachromantik. Das Schöpferische (Individuum) und der Aufstieg der Massenkultur
    20.09.19 'Genie‘ in der Nachromantik. Das Schöpferische (Individuum) und der Aufstieg der Massenkultur
    24.09.19 Orientierungstag für Erstsemestrige
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • Uni-Shop
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg