20.09.2019

„GärtnerIn im Botanischen Artenschutz“ - Auftakt einer innovativen Fortbildungsreihe

Am Donnerstag und Freitag, den 29. und 30. August 2019, begrüßten die Botanischen Gärten der Universität Bonn 17 GärtnerInnen aus Österreich, Schweiz und Deutschland im Rahmen einer neu eingeführten Fortbildung „GärtnerIn im Botanischen Artenschutz“. Verena Meroth, unsere Kollegin vom Botanischen Garten, war dabei.

„GärtnerIn im Botanischen Artenschutz“
Auftakt einer innovativen Fortbildungsreihe nicht nur für Botanische Gärten

Barrierefreiheit: Kurzbeschreibung des Bildes

(Foto: Universität Bonn)

Hintergrund:  
Das globale Artensterben betrifft Pflanzen wie Tiere gleichermaßen und die Erhaltung der Biodiversität ist eine ständig wachsende Herausforderung. Botanische Gärten haben hier eine besondere Verantwortung – alleine in den Botanischen Gärten Deutschlands sind schätzungsweise 50 000 Pflanzenarten in Kultur, und damit ca. jede siebte Pflanzenart weltweit. Die dauerhafte Erhaltung dieser Sammlungen und die Vermehrung der Arten zur Wiederansiedlung in der freien Natur sind wichtige Aufgaben der Botanischen Gärten, für die allerdings speziell ausgebildetes Personal benötigt wird. In der klassischen Berufsausbildung für Gärtner*innen werden diese speziellen Qualifikationen allenfalls angerissen.   

Der Bundesverband der Botanischen Gärten e.V. (VBG) hat deshalb eine zweijährige, berufsbegleitende Fortbildungsreihe entwickelt, die sich sowohl an Mitarbeiter*innen von botanischen Gärten als auch an anderswo berufstätige Gärtner*innen richtet und von den Botanischen Gärten der Universität Bonn aus koordiniert wird.  Dabei erwerben die Teilnehmenden Hintergrundwissen aus den Bereichen des internationalen Artenschutzrechts. Es wird spezielle Botanik und besondere gartenbauliche Fertigkeiten und Techniken vermittelt: von richtiger Saatguteinlagerung in Genbanken bis hin zu komplexen Vermehrungsmethoden, aber auch Rhetorik für Gärtner*innen steht auf dem Stundenplan.

Die ersten beiden Module der insgesamt siebenteiligen Fortbildungsreihe finden in Bonn statt. Die übrigen Module werden, verteilt über insgesamt zwei Jahre, in anderen botanischen Gärten in Deutschland stattfinden.

Detaillierte Informationen zum Programm gibt es hier. 

Standortvorteil Bonn – Kooperation mit Naturschutzeinrichtungen und Behörden: In und um Bonn ist eine einzigartige Vielzahl von lokalen, nationalen und internationalen Institutionen und Organisationen angesiedelt, die sich mit Erforschung und Schutz der biologischen Vielfalt beschäftigen. Diese Fachkompetenz findet sich gebündelt im Netzwerk BION  e.V. zusammen. Die Botanischen Gärten der Universität Bonn arbeiten mit vielen davon eng und regelmäßig zusammen. Daher lag es nahe, dieses Netzwerk auch für diese Fortbildungsreihe zu nutzen.

So werden Experten der Universität Bonn, der Vereinten Nationen, des Bundesumweltministeriums, des Bundesamtes für Naturschutz und des Landesbetriebs Wald und Holz NRW als Referenten die Fortbildung mitgestalten und die Teilnehmenden in gesetzlichen Regelungen und praktischen Maßnahmen zum Natur- und Artenschutz schulen. Außerdem sind Ortsbesuche im Bundesamt für Naturschutz in Bonn Bad-Godesberg sowie bei den Biologischen Stationen in Bonn und Eitorf geplant, ebenso wie eine Exkursion in die Siegaue, bei der die Auswirkung invasiver Pflanzenarten auf die heimischen Ökosysteme thematisiert wird.

 

Dr. Stepanie Socher

Senior Scientist; Kustodin

Universität Salzburg

Hellbrunnerstr. 34

Tel: +43 (0) 662-8044-5533

E-Mail an Dr. Stepanie Socher

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