11.10.2019

Nobelpreis für Literatur 2019 geht an Peter Handke

„Die Paris-Lodron-Universität Salzburg gratuliert ihrem Ehrendoktor Peter Handke sehr herzlich zur Verleihung des Literaturnobelpreises 2019“, betont Rektor Hendrik Lehnert. Ihre Verbundenheit mit Leben und Werk des bedeutenden österreichischen Autors dokumentiere sich auf mehrfacher Ebene, insbesondere mit den Salzburger Germanisten und dem Literaturarchiv, so Lehnert.

Am Fachbereich Germanistik entwickelte sich bereits sehr früh ein ausgeprägter Forschungsschwerpunkt zu Peter Handke. Neben Walter Weiss war es besonders der spätere Rektor der PLUS, Adolf Haslinger, der sich als Gründer der Stiftung Salzburger Literaturarchiv und persönlicher Freund Handkes für dessen Werk einsetzte. Zahlreiche Manuskripte und weitere Archivalien fanden durch ihn Eingang in den Bestand der Stiftung, der gegenwärtig im 2012 eröffneten Literaturarchiv Salzburg bewahrt wird; auch das Literaturarchiv konnte wichtige Dokumente zu Handkes Schaffen (z.B. zum Festspielstück „Immer noch Sturm“, 2011) erwerben.

2003 verlieh die Universität Salzburg Peter Handke ein Ehrendoktorat. Seine Literatur stand außerdem im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen, etwa Symposien und Vorträge sowie mehrerer Ausstellungen. Eine Reihe von Mitgliedern des Fachbereichs Germanistik (darunter v.a. Hans Höller, aber auch Anna Estermann, Herwig Gottwald, Harald Gschwandtner, Werner Michler, Clemens Peck, Norbert Christian Wolf u.a.) befasste sich in Publikationen mit dem umfangreichen Werk des nunmehr mit der angesehensten Auszeichnung der literarischen Welt geehrten Autors.

Peter Handke und das Literaturarchiv Salzburg

Peter Handke (geb. 1942 in Griffen, Kärnten) lebte von 1979 bis 1987 in Salzburg. In dieser Zeit entstanden u.a. Die Lehre der Sainte-Victoire (1980), Der Chinese des Schmerzes (1983), Am Felsfenster morgens (und andere Ortszeiten 1982–1987) (1998) und Nachmittag eines Schriftstellers (1987), die ebenso einen Bezug zur Salzburger Topografie aufweisen wie der spätere Roman In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus (1997). Immer wieder erschienen Werke und Übersetzungen Handkes im Salzburger Residenz Verlag, u.a. seine Erzählung Wunschloses Unglück (1972); seit 2001 veröffentlicht Handke auch im Verlag Jung und Jung. Bei den Salzburger Festspielen wurden zwei der bedeutendsten Stücke Handkes uraufgeführt: 1982 Über die Dörfer und 2011 Immer noch Sturm.

Im Literaturarchiv Salzburg befindet sich ein umfangreicher Teilvorlass des in über 50 Sprachen übersetzten Autors: u. a. Manuskripte zu In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus, Die Kuckucke von Velika Hoča und Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien (aus den Beständen der Adolf Haslinger Literaturstiftung) sowie die umfassende Dokumentation der Textgenese des Stücks Immer noch Sturm.

Aus dem Archiv des Residenz Verlags besitzt das Literaturarchiv neben der Lektoratskorrespondenz u. a. ein Manuskript zu Noch einmal für Thukydides, Typoskriptfassungen zu Begrüßung des Aufsichtsrats, Wunschloses Unglück (mit dem ursprünglichen Titel Interesseloser Überdruß) und Nachmittag eines Schriftstellers, Typoskriptkopien zu einzelnen Übersetzungen Handkes von Büchern von Florjan Lipuš und Gustav Januš aus dem Slowenischen sowie Druckfahnen mit Korrekturen zu Das Gewicht der Welt und Die Geschichte des Bleistifts.

Außerdem befinden sich im Literaturarchiv Salzburg zahlreiche Korrespondenzen und Werkmaterialien aus dem Privatarchiv von Hans Widrich (Dauerleihgabe) und der Sammlung Helmut Färber.

Kontakt:
Dr. Manfred Mittermayer, Literaturarchiv Salzburg, Tel.: +43 662 8044 4912, E-Mail: manfred.mittermayer(at)sbg.ac.at

Foto: APA - Austria Presseagentur

Mag. Gabriele Pfeifer

PR-Leitung

Universität Salzburg

Kapitelgasse 4-6

Tel: 0662/8044-2435

E-Mail an Mag. Gabriele Pfeifer

  • ENGLISH English
  • News
    Dr. Alisauskiene bietet im SS 2020 eine Lehrveranstaltung zum Thema "Religionen in Mittel- und Osteuropa nach dem Fall der Berliner Mauer" an. Die LV wird auf englisch abgehalten.
    Die 3. Tagung junger Europarechtler*innen – 3rd Young European Law Scholars Conference (YELS) lädt junge Forscherinnen und Forscher im Europarecht und verwandten Disziplinen zu einer Diskussion über die Gestaltung der Zukunft Europas ein. Internationale Expertinnen und Experten werden dabei die Beiträge der Nachwuchsforscher*innen kommentieren.
    Das Sprachenzentrum der Paris-Lodron-Universität Salzburg hat im Auftrag der Österreichischen Gesundheitskasse – Landesstelle Salzburg Materialien für erwachsene Deutschlernende rund um das Thema „Zahngesundheitsvorsorge“ erstellt. Die Materialien sollen österreichweit in Deutsch-als-Zweitsprache-Kursen eingesetzt werden und können über die ÖGK – Landesstelle Salzburg bzw. online bezogen werden.
    Achtung: Die LV- und Workshopanmeldung für das Sommersemester-Programm des Career Centers startet am 10.02. um 12:00 Uhr. Begrenzte Kursplätze!
    Der Wissenschaftsbetrieb unterliegt immer mehr der Quantifizierung und Bewertung von Forschungsleistungen, auch bibliometrische Kennzahlen werden zunehmend für Evaluierungen und Benchmarks herangezogen.
    Wichtige Termine und Informationen zur Anmeldung für die Kurse am Sprachenzentrum im Sommersemester 2020
    Fr 28. Februar, 14-20 Uhr und Sa 29. Februar 2020, 9-14 Uhr in der Abguss-Sammlung des FB Altertumswissenschaften, Residenzplatz 1, 5020 Salzburg
    Dienstag, 10. März 2020, 19:30, ARGEkultur Ulrike-Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg
    Der Tag der offenen Tür findet am 11. März ab 9.00 Uhr an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
    Assoc. Prof. Dr. Daniel Ruzek hält am 21. Februar 2020 um 11 Uhr im Seminarraum Billrothstraße 11 einen Gastvortrag zum Thema "Antiviral therapy of tick-borne encephalitis: current options and challenges". Der Fachbereich Biowissenschaften lädt herzlich dazu ein!
    Am DO 12.03.2020 findet um 18:30 Uhr im Hörsaal 207 der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Churfürststraße 1, 5020 Salzburg (Zugang beschildert) ein Vortrag zum Thema "Fünf Jahre EuErbVO: Neues aus dem internationalen Erbrecht".
    In diesem Workshop am FR 13./SA 14.3. geht es in erster Linie um die Vermittlung orientalischer, im Spezifischen iranischer Musik durch die Methode der freien Improvisation. Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem westlichen Kulturkreis die persische Musik mit ihrer besonderen Klangfarbe und ihrer modalen Struktur näherzubringen, damit sie mit diesem Material nach östlichem Verständnis weiterimprovisieren können.
    Mit dem Thema "Künstliche Intelligenz als Gegner der Menschenrechte" geht die SchülerUNI in das 10. Jahr ihres Bestehens. Konstant besucht und von Medien vielfach im Blickfeld, hat sich das Format zum Erfolgsmodell entwickelt.
    Dienstag 17. März 2020, 17:00, Wissenschaft und Kunst, Atelier 1. St. / Ausstellungsraum enter EG, Bergstraße 12a, 5020 Salzburg Im Oktober 2019 startete am Kooperationsschwerpunkt Wissenschaft und Kunst das interuniversitäre Doktoratskolleg „Die Künste und ihre öffentliche Wirkung: Dynamiken des Wandels“. Es wird von Nicole Haitzinger und Bartolo Musil geleitet und gemeinsam von der Universität Mozarteum und der Paris-Lodron-Universität Salzburg sowie vom Land Salzburg finanziert.
    Die weltbekannte Sängerin Maria Farantouri, wichtigste Interpretin der Lieder Mikis Theodorakis‘ und „Stimme Griechenlands“, ist im Rahmen des ersten Ernst-Bloch-Symposions live in Salzburg zu hören.
  • Veranstaltungen
  • 21.02.20 Update Immobilienertragsteuer sowie neue Grunderwerbsteuer und Gerichtsgebühren
  • Alumni Club
  • PRESSE
  • Uni-Shop
  • VERANSTALTUNGSRÄUME
  • STELLENMARKT
  • Facebook-Auftritt der Universität Salzburg Twitter-Auftritt der Universität Salzburg Instagram-Auftritt der Universität Salzburg Flickr-Auftritt der Universität Salzburg Vimeo-Auftritt der Universität Salzburg