24.09.2019

11.11.: Gastvortrag Alte Geschichte, Altertumskunde und Mykenologie, Mond und Magie in den Tempeltexten und magischen Handbüchern Altägyptens, Dr. Victoria Altmann-Wendling Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 18:30, Residenzplatz 1/4, SR. 1.42

Der Mond als hellstes Nachtgestirn mit seiner im Laufe des Monats wechselnden Gestalt, seinem Verschwinden bei Neumond oder dem Ausnahmeereignis einer Finsternis hat Menschen aller Zeiten, so auch im Alten Ägypten, zur Reflektion über Ursachen und Wirkungen dieser Phänomene angeregt.

Der Mond als hellstes Nachtgestirn mit seiner im Laufe des Monats wechselnden Gestalt, seinem Verschwinden bei Neumond oder dem Ausnahmeereignis einer Finsternis hat Menschen aller Zeiten, so auch im Alten Ägypten, zur Reflektion über Ursachen und Wirkungen dieser Phänomene angeregt. Wenngleich der Mond sowohl in der ägyptischen Religion als auch in der ägyptologischen Forschung stets hinter der buchstäblich alles überstrahlenden Sonne zurückstehen musste, sind doch insbesondere in den Tempeln und Papyri der griechisch-römischen Zeit umfangreiche Informationen über den Erdtrabanten zu finden.

Phänomene des Mondzyklus werden entweder mittels spezieller Darstellungsformen oder in lebhafter und variantenreicher Bildsprache wiedergegeben. Neben den zahlreichen symbolischen Ebenen, die der Metaphorik des Mondes innewohnen (wie z.B. Verjüngung und Fruchtbarkeit), steht zugleich stets die heilbringende Wirkung der kosmischen Vorgänge im Vordergrund, deren ordnungsgemäßer Ablauf zugleich den Bestand der Weltordnung (äg. Ma’at) absicherte.

Durch die Einbettung des Mondzyklus in Tempelrituale konnte deren Wirkung verstärkt oder durch die Symbolik des Mondes verdeutlicht werden. Ferner findet die Mondsymbolik in magischen Handbüchern und Ritualtexten Verwendung, wenn etwa die Ritualhandlungen zu bestimmten Mondphasen stattfinden sollten. Der Vortrag untersucht all diese Fälle und eruiert mögliche Gründe.

Martin Del-Negro

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