05.08.2005

Generationenwechsel an der Universität Salzburg

Neun Uni-Professoren treten im Herbst ab, wenigstens zehn beginnen ihre Arbeit

 

Wie sehr die Universität Salzburg in den letzten drei Jahrzehnten durch die neun Professoren mitgeprägt wurde, zeigt ein Blick auf ihre Ämter und Funktionen. Joachim Dalfen wurde 1972 als Professor für Klassische Philologie berufen. Er war von 1981 bis 1983 Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und von 1985 bis 1987 Rektor. Theodor Wolfram Köhler lehrte seit 1978 christliche Philosophie und Psychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Von 1985 bis 1987 war er Dekan und von 1989 bis 1991 Rektor.


Neun Persönlichkeiten, die die „ersten 40 Jahre“ der Universität Salzburg als Lehrende, Forscher und Mitarbeiter in vielen Funktionen wesentlich mitgeprägt haben, treten im Herbst in den Ruhestand. Mindestens zehn „neue“ ProfessorInnen beginnen ihren Dienst. Weitere Berufungsverfahren sind derzeit im Laufen. Nur in einem Fall gibt es einen nahtlosen Wechsel: am Interfakultären Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft geht Stefan Größing am 30. September als Professor für Sportpädagogik, ihm folgt am 1. Oktober Günter Amesberger.


Diese Woche überreichte Rektor Heinrich Schmidinger dem Altphilologen Joachim Dalfen, dem Philosophen Theodor W. Köhler, dem Historiker Friedrich Gottas, den Computerwissenschafter Helmut J. Efinger, dem Juristen Zoltán Végh und dem Zoologen Karl Treiblmayr die offiziellen Emeritierungs- und Pensionierungsdekrete. Alle treten mit 30. September in den Ruhestand, ebenso wie auch der Anglist Leo Truchlar, der Biologe Roland Peter und Stefan Größing.


Wie sehr die Universität Salzburg in den letzten drei Jahrzehnten durch die neun Professoren mitgeprägt wurde, zeigt ein Blick auf ihre Ämter und Funktionen. Joachim Dalfen wurde 1972 als Professor für Klassische Philologie berufen. Er war von 1981 bis 1983 Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und von 1985 bis 1987 Rektor. Theodor Wolfram Köhler lehrte seit 1978 christliche Philosophie und Psychologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Von 1985 bis 1987 war er Dekan und von 1989 bis 1991 Rektor.


Gleichzeitig mit Köhler war Stefan Größing Dekan an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät. Bereits in den Anfangsjahren der Universität Salzburg hatte er als Assistent am neu gegründeten Pädagogik-Institut gewirkt, sich in Salzburg habilitiert und war dann nach acht Jahren an der TU München 1981 als Professor für Leibeserziehung und Sportwissenschaft an die Universität Salzburg zurückgekehrt. Auch Leo Truchlar zählte zu den ersten Mitarbeitern der Universität Salzburg. 1980 wurde er als Ordinarius für Anglistik berufen, von 1995 bis 1997 wirkte er als Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät.


Der Historiker Friedrich Gottas war seit 1965 am Aufbau des neu gegründeten Instituts für Geschichte wesentlich mitbeteiligt. Nach seiner Habilitation für Geschichte der Neuzeit mit besonderer Berücksichtigung Ost- und Südosteuropas eröffnete er seit 1979 als Professor ganzen Generationen von Studierenden eine neue Sicht auf den Osten. Zoltán Végh kam ebenfalls bereits in den 1960er Jahren an die Universität Salzburg. Er führte zahlreiche JuristInnen aus Salzburg ins Römische Recht ein und wirkte in den 1990er Jahren wesentlich an der Neugestaltung des Jusstudiums mit. 


Karl Treiblmayr war sozusagen von Anfang an am Zoologischen Institut der Universität tätig, das ursprünglich zur Philosophischen Fakultät zählte, zuletzt als Außerordentlicher Professor am Fachbereich Organismische Biologie. Roland Peter gehörte zu den ersten, die im Bereich Genetik an der Universität Salzburg forschten. Zuletzt wirkte er mit Schwerpunkt Stammzellen- und Zellregenerationsforschung am Fachbereich Zellbiologie. Seit 1991 arbeitete Helmut J. Efinger als Außerordentlicher Professor am Institut für Computerwissenschaften und Systemanalyse, jetzt Fachbereich für Scientific Computing.


Zwei Professorinnen


Unter den neuen ProfessorInnen, die entweder mit 1. September oder 1. Oktober ihren Dienst an der Universität Salzburg antreten, sind zwei Frauen. Tina Hascher folgt am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Kultursoziologie auf Josef Thonhauser. Sabine Coelsch-Foisner wirkte am Fachbereich Anglistik zuletzt als Dozentin. Ihre Habilitationsschrift über „British Women´s Poetry" im 20. Jahrhundert hat sie im Rahmen eines dreijährigen APART-Stipendiums verfasst.  


Kirchenhistoriker Dietmar Winkler wird am Fachbereich Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte lehren. An der Theologischen Fakultät tritt Rolf Darge eine Vertretungsprofessur am Fachbereich Philosophie an. Er folgt Clemens Sedmak, der nach London berufen wurde. Sedmak wird in Salzburg weiterhin als Gastprofessor mit Schwerpunkt Armutsforschung wirken.


An der Naturwissenschaftlichen Fakultät beginnen im Herbst fünf neue Professoren ihre Arbeit. Hans-Christoph Nürk folgt als Professor für Psychologische Diagnostik am Fachbereich Psychologie auf seinen früh verstorbenen Kollegen Harald Wallbott. Raimund Tenhaken wird am Fachbereich Zellbiologe Pflanzenphysiologie lehren.
Drei Molekularbiologen
Im Zuge der Profilbildung der Universität Salzburg wurden neue Stellen am Fachbereich Molekulare Biologie geschaffen. Die erste Stiftungsprofessur des Landes Salzburg ging an den derzeit noch in Martinsried bei München wirkenden Strukturbiologen Johann Brandstetter. Der Österreicher Robert Schwarzenbacher kommt als Professor für Protein Engineering und Biotechnologie aus England in seine Heimat zurück. Ebenfalls am Fachbereich Molekulare Biologie wird Manfred Sippl nun als Professor wirken. Er hat sich 1990  in Salzburg habilitiert und im Bereich Molecular Engineering internationales Ansehen erworben.


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Joachim Dalfen, Zoltán Végh, Friedrich Gottas, Rektor Heinrich Schmidinger, Karl Treiblmayr, Theodor W. Köhler, Helmut J. Efinger und der Leiter der Serviceeinrichtung Personal Reinhold Kirisits (von links)


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Ein Gespräch unter Rektoren bzw. Fachkollegen: Schmidinger und Köhler.
Fotos (2): Gabriele Pfeifer

Quelle: Universität Salzburg/heidegottas

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