19.12.2007

Internationales Doktoratskolleg widmet sich der Erforschung von Immundefekten

An der Universität Salzburg wird erstmals ein vom Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziertes Doktoratskolleg eingerichtet. Nach einem umfangreichen Auswahlverfahren werden zehn Bewerber aus aller Welt in einem dreijährigen Programm ihr Doktorat absolvieren.

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Doktoratskolleg – Förderung von jungen WissenschafterInnen<o:p></o:p>


Im Rahmen dieses Doktoratsprogrammes erhalten die jungen Wissenschafter nicht nur einen Gehalt (26.000,- Euro Brutto jährlich), sondern auch Mittel für die experimentelle Forschung. Darüber hinaus werden Forschungsaufenthalte in internationalen Partnerlabors, Konferenzbesuche und Spezialkurse ermöglicht.


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Die Bewerber müssen sich einem strengen Auswahlverfahren unterziehen. Sie werden nach ihren intellektuellen Fähigkeiten, ihren bisherigen Forschungsleistungen, Schnelligkeit in der Auffassungsgabe und ihrem sozialen Verhalten beurteilt. „Ein respektvoller Umgang miteinander und ein gutes Arbeitsklima fördert selbstverständlich eine gute Teamarbeit“, betont Antragsteller und Kollegssprecher Universitätsprofessor Josef Thalhamer.  



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<o:p>v.l.n.r.: Richard Greil (Universitätsklinikum Salzburg), Josef Thalhamer und Gernot Achatz (Universität Salzburg)</o:p>


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Doktoratskolleg – ein Projekt des Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (FWF) mit einem Gesamtvolumen von 6 Millionen Euro<o:p></o:p>


Die Laufzeit des Doktoratskollegs beträgt zwölf Jahre und umfasst ein Gesamtvolumen von sechs Millionen Euro, pro Jahr werden rund 500.000,- Euro ausgegeben. „Das ist ein großer Erfolg für die Universität Salzburg, der internationales Ansehen bringt und auch die notwendigen Mittel, um die Gesundheitsforschung weiter voranzutreiben“, betont Albert Duschl, Vizerektor für Forschung an der Universität Salzburg. Alle vier Jahre wird die Forschungsarbeit von sechs bis acht international renommierten Wissenschaftern evaluiert. „Die Forschungsthematik muß inhaltlich kohärent sein“, erläutert Thalhamer. „Es ist schon etwas besonderes, dass es uns an einer verhältnismäßig kleinen Universität wie Salzburg gelungen ist, dieses große Projekt zustande zu bringen“, so Thalhamer. An größeren Unis sei dies einfacher, weil es viel mehr Forscher in den einzelnen Disziplinen gebe.


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Als Basis dieses Doktoratskollegs dienen neun Forschungsgruppen, acht davon sind an der Universität Salzburg und eine am Universitätsklinikum Salzburg etabliert. Die Forschungseinheiten stehen unter der jeweiligen Leitung von:


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Universitätsprofessor Fritz Aberger, (Tumorforschung Universität Salzburg)


Universitätsprofessor Gernot Achatz, (Allergieforschung Universität Salzburg)


Universitätsprofessor Hans Brandstetter (Strukturbiologie Universität Salzburg)


Universitätsprofessor Albert Duschl (Allergieforschung Universität Salzburg)


Universitätsprofessorin Fatima Ferreira (Allergieforschung – Universität Salzburg)


Universitätsprofessorin Anna-Maria Frischauf (Tumorforschung Universität Salzburg)


Universitätsprofessor Richard Greil (Tumorforschung Universitätsklinikum Salzburg)


Universitätsprofessor Robert Schwarzenbacher (Strukturbiologie Universität Salzburg)


Universitätsprofessor Josef Thalhamer (Allergieforschung Universität Salzburg)


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Wissenschaftliche Fragestellungen<o:p></o:p>


Immundefekte<o:p></o:p>


Das Doktoratskolleg wird zwei Arten von Immundefekten untersuchen: die allergische Immunreaktion und das Versagen des Immunsystems bei der Bekämpfung bestimmter Tumore. Für beide Krankheiten besteht dringender Bedarf nach wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung wirksamer Therapien. Voraussetzung für neue Behandlungsmethoden ist jedoch die genaue Kenntnis der zellulären und molekularen immunologischen Mechanismen. Im gesamten Forschungsbereich arbeiten rund 150 Personen.


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Grundlagenforschung Immunologie<o:p></o:p>


Die Wissenschafter untersuchen die Mechanismen des Immunsystems. Sowohl Allergien als auch Tumorerkrankungen gehen auf ein Versagen des Immunsystems zurück. „Das Immunsystem könnte den Tumor töten, macht es aber falsch oder unzureichend“, erläutert Forschungsrektor Duschl. Die einzelnen Forschergruppen widmen sich den B-Zellen, T-Zellen, Antigen-präsentierenden Zellen sowie der Wechselwirkung zwischen Immun- und Tumorzellen. Es geht etwa um Fragen wie: „Warum wird ein Allergen überhaupt zu einem Allergen?“ oder „Welche Signale in die Zelle führen zur Entstehung von Tumoren?“


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Allergieforschung<o:p></o:p>


Rund 30% der Bevölkerung in industrialisierten Ländern leidet an allergischen Erkrankungen. Bereits 2015 soll jeder Zweite Allergiker sein. In Österreich sind rund 1,1 Mio Menschen davon betroffen. Allergische Erkrankungen werden derzeit lediglich therapiert, indem Symptome verringert werden. „Wir setzen mit unserer Forschungsarbeit wesentlich früher an und wollen durch Impfstoffe die Krankheit von vorne herein verhindern“, betont Allergieforscher Gernot Achatz. Die Allergieforscher (Achatz, Duschl, Ferreira und Thalhamer) charakterisieren Allergene, arbeiten an der Entwicklung von optimierten Diagnoseverfahren, neuen Therapien und Impfstoffen.


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Tumorforschung<o:p></o:p>


In der Tumorforschung (Greil, Frischauf und Aberger) widmen sich die Wissenschafter der Stammzellenforschung. Nicht allen Zellen seien gleich, manche hätten eine übergeordnete Funktion, erläutert Richard Greil vom Universitätsklinikum Salzburg. „Diese sogenannten ‚Masterminds’ bauen den Tumor auf. „Wir wollen sie identifizieren, entkoppeln und letztlich unterdrücken“, so Greil. Weiters wird die Wirkung neuester Medikamente auf das Immunsystem untersucht, nachdem sie Krebszellen abgetötet haben. Die Forschungen werden sowohl am Tiermodell als auch im klinischen Bereich durchgeführt.


Frischauf und Aberger widmen sich grundlegenden Fragen, wie etwa Zellen plötzlich zu Tumorzellen mutieren, die klinische Forschung untersucht die Wirkung von neuen Medikamenten.


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Immunologische/Strukturbiologische Fragestellungen<o:p></o:p>


Von den Strukturbiologen (Brandstetter und Schwarzenbacher) wird der Einfluss der drei-dimensionalen Struktur auf immunologische Mechanismen erforscht sowie die Feinstrukturen von neuen Immunrezeptoren untersucht.


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Immunologische Aspekte von Allergie und Tumor sind erklärte Schwerpunktthemen der Universität Salzburg und der Universitätskliniken Salzburg. Beide Institutionen haben bereits beträchtliche Mittel in die Stärkung dieser Forschungsgruppen investiert, wie etwa die Finanzierung des Universitätsschwerpunktes „Biowissenschaften und Gesundheit“ der Universität Salzburg, einschließlich des Ankaufs eines Forschungsgebäudes und der Schaffung von zwei neuen Professuren. Der Erfolg der Forschungsgruppen führte auch zur Etablierung des Labors für Immunologische und Molekulare Krebsforschung (LIMCR) an den Universitätskliniken und der Finanzierung einer Stiftungsprofessur an der Universität Salzburg durch die Salzburger Landesregierung sowie zur Genehmigung eines „Christian Doppler Labors für Allergiediagnostik und Therapie“ durch die Christian Doppler Gesellschaft.  


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Kontakt:<o:p></o:p>


Univ.-Prof. Dr. Josef Thalhamer (Uni Salzburg) <o:p></o:p>


Tel: 0662-8044-5737<o:p></o:p>


e-mail: josef.thalhamer@sbg.ac.at <o:p></o:p>


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Univ.-Prof. Dr. Albert Duschl (Uni Salzburg)<o:p></o:p>


Tel: 0662-8044-5731 bzw 2410<o:p></o:p>


e-mail: albert.duschl@sbg.ac.at <o:p></o:p>


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Univ.-Prof. Dr.Gernot Achatz (Uni Salzburg)<o:p></o:p>


Tel: 0662-8044-5764<o:p></o:p>


e-mail: gernot.achatz@sbg.ac.at <o:p></o:p>


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Univ.-Prof. Dr. Richard Greil (Universitätsklinikum Salzburg)<o:p></o:p>


Tel: 0662-4482-2879<o:p></o:p>


e-mail: r.greil@salk.at <o:p></o:p>

Quelle: Universität Salzburg/gap

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